Sitzung vom 04.05.2021

Barbing wird Drehscheibe im ÖPNV

Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) im Landkreis Regensburg soll attraktiver werden und davon wird ab dem 1. Juli auch insbesondere die Gemeinde Barbing mit seinen unteren Dörfern profitieren. Dichtere Takte, zusätzliche Strecken und neue Linien. „Barbing wird zur Drehscheibe in allen Richtungen“, so Bürgermeister Hans Thiel und meinte, dass der Weg zur Arbeit oder Uni mit dem Bus für viele nun attraktiver werden dürfte. Der Gemeinderat Barbing beschloss in seiner jüngsten Sitzung vom Dienstag schon einmal den Neubau der dafür benötigten Haltestellen. Im Haushalt selbst hatte man den Bedarf hierfür schon eingeplant. Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) im Landkreis Regensburg soll attraktiver werden. Hinter dieser schlichten Zielsetzung versteckt sich ein ehrgeiziges Verkehrsprojekt und Maßnahmenpaket der landkreiseigenen Nahverkehrsgesellschaft GFN. Dichtere Takte, neue Linien, zusätzliche Angebote am Abend und am Wochenende, so will der Landkreis Regensburg über seine Nahverkehrsgesellschaft das Busangebot für die Bürgerinnen und Bürger optimieren. Mit dem voraussichtlichen Ende der vom Bundestag verabschiedeten Corona-Notbremse im Bundesinfektionsschutzgesetz, ist zum 1. Juli diesen Jahres die Umsetzung der somit dritten Stufe der Angebotsoffensive geplant und darüber dürfen sich vor allem auch die Barbinger Bürgerinnen und Bürger freuen. Mit der Linie 30/31 „Regensburg-Neutraubling-Regensburg“ sollen Maßnahmen zur Fahrplanstabilität und Optimierung des Angebots im Abend- und Spätverkehr sowie am Wochenende ergriffen werden. GFN-Geschäftsführer Josef Weigl erläuterte, dass zudem erstmals eine stündliche Direktverbindung von Barbing über Neutraubling, Obertraubling und Piesenkofen zur Universität und weiter über den TechCampus/OTH zum Hauptbahnhof (neue Linie 38) angeboten werde. An der Universität soll zudem auch eine Umsteigemöglichkeit zum Klinikum bestehen. Auch die Linie 33 (Schönach-Pfatter-Regensburg) wurde überarbeitet und das Fahrplanangebot verdichtet. Ferner sei auch eine verbesserte Anbindungen der Gewerbegebiete Unterheising und Sarchinger Feld geplant sowie in Barbing West selbst eine optimierte und direkte Umsteigemöglichkeit auf die neu konzipierten Linien 30 und 31/38 von und nach Neutraubling sowie in und aus Richtung Regensburg. GFN-Geschäftsführer Josef Weigl nannte die geplanten ÖPNV-Verbesserungen einen Meilenstein für den Bereich Barbing. Bürgermeister Hans Thiel erläuterte im Rahmen der Sitzung noch einmal die Konzeption der Bushaltestellen und des geplanten Busverkehrs. Die Weichen hat das Gemeinderatsgremium für den verbesserten ÖPNV schon gestellt und beschloss einvernehmlich die Haltestellen nach den Konzepten der EBB Ingenieurgesellschaft umzusetzen. Dafür werden zusätzliche Haltestellen eingerichtet, in der Regensburger Straße 3 sowie der Neutraublinger Straße auf der Ost- sowie Westseite. Rückgebaut wird derweil die Haltestelle beim Feuerwehrgerätehaus. Die Buswendeanlage wird bei der Feldwegzufahrt (gegenüber Kläranlage) geplant. Die Kosten werden auf rund 180.000 Euro geschätzt, aber hier stehen auch Fördergelder zu Verfügung im besten Fall bis zu 80 Prozent, so Bürgermeister Hans Thiel, der aber einräumen musste, dass die Bushaltestellen nicht pünktlich zum Start am 1. Juli fertig sein werden, aber es habe sich auch in der Vergangenheit gezeigt, dass man sich vorübergehend auch mit Provisorien behelfen könne. Bürgermeister Hans Thiel freute sich berichten zu können, dass künftig das 1-Euro-Ticket für Barbing und Neutraubling gelte. „Man kann dann von Eltheim, Illkofen, Auburg oder von Barbing West nach Barbing und nach Neutraubling bis zum Kaufpark fahren und das für einen Euro“, so das Gemeindeoberhaupt, der ergänzte, dass dieses Ticket bereits innerhalb Barbing gelte und gerade dies Senioren nutzen, um zur Apotheke oder Arzt in die Bischof-Sailer-Straße zu kommen. Zum Ticket nach Neutraubling ergänzte Bürgermeister Thiel, dass sich bereits ein verbilligtes Ticket während der Brückenbauphase bewährt habe und gut angenommen wurde. Mit der Stadt Neutraubling habe es bereits Vorgespräche gegeben. CSU-Gemeinderätin Michaela Hammerschmidt zeigte sich über die Verbesserungen sehr erfreut, dass nun auch die unteren Dörfer mehr profitieren. Besonders positiv nahm sie auf, dass für die Jugend nach Corona wieder ein Spät und Nachtbus eingesetzt werde. „Die Fahrt von Eltheim zum Arzt nach Barbing oder Neutraubling für einen Euro ist somit möglich und besonders attraktiv“, so das Fazit von Josef Weigl. Dem konnten die Gemeinderäte über alle Fraktionen hinweg nur zustimmen.


Auf der Tagesordnung hatte der Barbinger Gemeinderat auch einige Bauanträge, die jedoch kaum diskutiert werden mussten. Dem Bauantrag auf Neubau eines Einfamilienhauses mit Doppelgarage im Friesheimer Gartenweg und einem Einfamilienhaus mit Doppelgarage in der Friesheinmer Hauptstraße sowie einem Wohnhaus mit vier Wohneinheiten, vier Garagen und vier Stellplätzen wurden einstimmig das gemeindliche Einvernehmen erteilt.


Etwas ausufernder und kontroverser diskutierte man im Rahm der Sitzung allerdings dann doch über die Machbarkeitsstudie zum Bau einer Sporthalle in Barbing, wobei man lediglich im Rahmen der Sitzung den Beschluss fassen wollte, die Überlegungen zum Bau einzustellen. Die drei örtlichen Sportvereine hatten sich jedoch in einem gemeinsamen Brief an die Gemeinde darauf verständigt, den Vorschlag über einen Kunstrasenplatz, der ebenfalls in der Machbarkeitsstudie aufgegriffen wurde, zu gegebenem Zeitpunkt zu diskutieren. Vizebürgermeister Dominik Schindlbeck, seines Zeichens auch Vorsitzender des TV Barbing, meinte dass die Machbarkeitsstudie leider ergab, dass kein Bedarf bestehe. Dies haben die Sportvereine in Illkofen und Sarching faktisch so gesehen und dies sei nicht wegzuleugnen. „Wir drei Vereine müssen an einem Strang ziehen, nur das macht Sinn“, meinte er und sähe beim Punkt Kunstrasenplatz aber schon eine Verbesserung zur Hallenbelegung. Dies würden wir gerne zu gegebener Zeit besprechen, konstatierte Schindlbeck, machte aber gleichsam deutlich, dass er nicht falsch verstanden werden möchte und es hier nicht darum gehe statt der Halle nun einen Kunstrasenplatz zu wollen, sondern man nach Lösungen suchen möchte, um die Hallenbelegung in der Turnhalle Barbing zu entlasten. Martin Laumer (FW/BF) erschloss sich schon allein die Thematik Kunstrasenplatz im Zuge der Machbarkeitsstudie nicht, denn das Problem der überbelegten Halle seien die Abendzeiten. „Da bringe ein Kunstrasenplatz nichts“, so Laumer und ergänzte, dass er die Planungen für eine Halle ungern aufgeben würde. „Ihn habe die Machbarkeitsstudie nicht überzeugt“, sagte Laumer. In das gleiche Horn blies auch sein Fraktionskollege Karl-Heinz Haslbeck, der sogar soweit ging zu sagen, dass die Studie in seinen Augen methodisch nicht in Ordnung gewesen sei und es das Papier nicht wert gewesen sei, auf dem sie abgedruckt war. Bei bereits sieben Fußballplätzen in der Gemeinde wolle man doch nicht wirklich noch zusätzlich einen Kunstrasenplatz, so Haslbeck. Bürgermeister Hans Thiel stellte in diesem Zusammenhang in den Raum, dass sich die Kosten für eine Halle zwischen fünf bis sieben Millionen Euro bewege. Diese Kosten wären derzeit utopisch, zumal man erst vor wenigen Wochen den Haushalt beschlossen habe. Ferner merkte er an, um die Diskussion nicht ausufern zu lassen, dass man weder über die Qualität der Machbarkeitsstudie oder den Bau eines Kunstrasenplatzes abstimmen wolle, sondern, dass man aufgrund der Mitteilung der Vereine die Überlegungen zum Bau einer Sporthalle einstellen könne. Mit 19:1 Stimme wurde der Hallenbau ad acta gelegt. Ferner wurde beschlossen, dass derzeit auch kein Kunstrasenplatz zur Diskussion steht. Dies könne man vielleicht dann wieder aufgreifen, wenn es der Haushalt zuließe. Einer Meinung war der Gemeinderat jedoch, dass den Vereinen die anfallenden Hallennutzungskosten im Rahmen der örtlichen Vereinsförderung erstattet werden.


Auf der Agenda des Gemeinderats stand ferner ein Beschluss zur Neuorganisation der Kindertagesstätten anlässlich der Fertigstellung der neuen Kindertagesstätte „Donaupiraten“ in Barbing Süd. Parallel zur Eröffnung können dafür die beiden Kindergartengruppen in der „Alten Schule“ geschlossen werden. Wie das Gemeindeoberhaupt ausführte, habe es im Vorfeld im Rathaus mit den Kindergartenleitungen und Pfarrer Wissel mehrere Gespräche gegeben, auch hinsichtlich der Organisation der Erstanmeldungen und Aufgliederung der Ortsteile. Nach einer Auswertung der entsprechenden Daten wurde festgestellt, dass die Kita in Sarching mit allen östlichen Ortsteilen in den zukünftigen Jahren nicht mehr betrieben werden könne. Alleine die Kinder der Ortsteile Sarching und Friesheim würden ausreichen, um die vorhandenen Gruppen zu füllen, dabei sei das erst kürzlich erschlossene Baugebiet in Friesheim noch nicht ganz berücksichtigt worden. Kämmerer Martin Eicher ergänzte die Ausführungen des Bürgermeisters und konstatierte, dass man überein gekommen sei, dass künftig alle Kinder aus den Ortsteilen Illkofen, Auburg, Altach, Eltheim und Unterheising in die neue Kindertagesstätte Barbing gehen. Bei dieser Regelung müsse aber unbedingt berücksichtigt werden, dass die Eltern weiter frei entscheiden dürfen, in welche Einrichtung ihr Kind gehen möchte. Hierbei seien beispielsweise Unterschiede bei den Trägern entscheidend. Die Entscheidung der Eltern könne aber dadurch beeinflusst werden, dass der Transport der Kinder in die von der Gemeinde Barbing vorgegebene Einrichtung, kostenlos erfolgt. Bisher wurden die Kinder der östlichen Gemeindeteile mit Unterheising bereits kostenlos transportiert. Einstimmig nahm der Gemeinderat Barbing die Umstrukturierungen der Gemeinde Barbing zur Kenntnis und genehmigte den kostenlosen Transport der Kinder aus den Ortsteilen Illkofen, Auburg, Altach, Eltheim und Unterheising zu einer Kindereinrichtung (Donaupiraten oder St. Martin) in der Ortschaft Barbing.

Bild-Nr. 45: Mit der Fertigstellung der neuen Kita „Donaupiraten“ erfolgt auch eine Umstrukturieren der zugehörigen Ortsteile