Sitzung vom 03.05.2022

Aus der jüngsten Gemeinderatssitzung vom Dienstag, 3. Mai 2022

Bild-Nr. 79 (Archivbild Kroschinski, hier Auburg): für den einen eine Idylle, wenn eine Pferdekoppel und ein Offenstall am Ortsrand und außerhalb der Wohnbebauung liegt, jedoch nicht jeder möchte dies direkt vor seiner Terrasse.


Kaum ein Tagesordnungspunkt hat in den letzten Monaten eine solche Besucherzahl in den Rathaussaal Barbing zur öffentlichen Gemeinderatssitzung gelockt, wie am vergangenen Dienstag. Vielen Eltheimern brannte es unter den Nägeln, welche Stellung der Gemeinderat zur Bauleitplanung der Gemeinde Pfatter bezieht.

Es war der vorletzte öffentliche Punkt auf der Agenda des Barbinger Gemeinderates, der unter Vorsitz von Bürgermeister Hans Thiel in öffentlicher Sitzung im Rathaussaal Barbing tagte. Und wie das Gemeindeoberhaupt in diesem Zusammenhang betonte, sei es sogar eher ungewöhnlich, dass eine Nachbargemeinde ehe sie selbst eine Entscheidung trifft, um eine Stellungnahme gebeten werde. im konkreten Fall bat die Gemeinde Pfatter vorab um eine Stellungnahme, ob die Errichtung einer Reitanlage in unmittelbarer Nachbarschaft zur bestehenden Ortsbebauung in Eltheim als positiv oder negativ gesehen werde. Eine Antragstellerin plant auf dem Areal eine Reitanlage, um Kindern mit und ohne Handicap mit ihren beiden Pferden deren Selbstvertrauen zu stärken und Ängste abzubauen. Die geplante Reitanlage liegt im Außenbereich der Gemeinde Pfatter-Geisling und grenzt, lediglich durch eine Straße getrennt direkt an das Wohngebiet Eltheim an. Gemeinderat Thomas Gerl (CSU), selbst ein Eltheimer, erinnerte, dass die Grundstücke vor 24 Jahren an die Eltheimer verkauft wurden, als schönstes Baugebiet mit unverbaubarer Lage. So habe dies einst der ehemalige Bürgermeister Albert Höchstetter bezeichnet. Die dortigen Grundstückseigentümer, hätten im südlich Bereich ihrer Grundstücke die Terrassen und Wohlfühlbereiche aus- und eingerichtet. Er zeichnete ein eher negatives eingestelltes Stimmungsbild der Eltheimer. „Heute ist eine Reitanlage und in einem halben Jahr vielleicht ein Schweinestall oder eine Geflügelfarm geplant. Wollen wir das? – fragte er und gab selbst die Antwort und betonte: „Nein, das wollen wir nicht!“. Gerl resümierte, dass er für einen Großteil der Eltheimer spreche. Kritisch merkte Thomas Gerl ferner an, und bezog sich hier auf einen persönlichen Brief der Antragstellerin, dass die Besucher zum Parken und für die Notdurft zum Privathaus der Antragstellerin ausweichen müssen. Dies liege wiederum in der Gemeinde Eltheim. Gerade für behinderte Kinder sei das ungünstig, meinte Gerl. Ein direkter Anwohner habe ihm erklärt, dass durch ein solch geplantes Objekt die Lebensqualität sinke, allein schon durch den aufgewirbelten Sand, wenn der Wind gehe. Kaffeetassen mit Deckel würden dann zur Pflicht, von dem befürchteten Gestank und Insektenplage abgesehen. „Setzen wir ein Zeichen und lehnen ab“, fazierte Thomas Gerl. Michael Beimler (FW/BF), ebenfalls wohnhaft in Eltheim , legte Fakten aus seiner Sichtweise vor, denn es gäbe zwei Seiten. die Bauwerberin habe das Grundstück erworben und einen Antrag gestellt. Dass diese Tierhaltung sich auf die Wohnqualität Einfluss habe, sei jedem bewusst, so Beimler, der anmerkte, dass die Großtierhaltung im Wohngebiet untersagt sei, aber er habe schon öfter ähnliches gesehen, selbst in der Gemeinde Barbing. Unter Umständen könnten Staubentwicklung durch Maßnahmen minimiert werden. Dass Insekten und eine gewisse Betriebsamkeit auf dem Areal Einfluss auf das Wohngebiet nehmen, sehe er auch so. Dies sei unbestritten. Doch jeder habe eine unterschiedliche Toleranzgrenze, aber er denke, dass eine gebotene Rücksichtnahme von allen Seiten durchaus denkbar sei. „Wir sollten jemanden fragen, der sich hier besser auskennt als wir. Es ist nicht ganz fair, wenn wir es ablehnen“, so Michael Beimler, der auf den Einwurf von Andreas Gröschl (CSU), dass man den Bürgern der Gemeinde Barbing-Eltheim verpflichtet sei und deren Bedenken zu beachten und berücksichtigen sollte, erwiderte, dass die Antragstellerin ebenfalls aus Eltheim komme. Als überzogen fand er das Argument von Thomas Gerl, dass in einem halben Jahr ein Schweinestall oder eine Geflügelfarm geplant werde. Thomas Schachtner (FW/BF), ebenfalls aus Eltheim, der dem Vorhaben neutral gegenüberstand, habe aus der Eltheimer Bürgerschaft ebenfalls eher kritische Einstellungen für dieses Projekt aufgenommen. Thomas Gerl, dem viele Eltheimer Bürger es ans Herz gelegt haben für sie zu sprechen, meinte: „Wir müssen uns hinter unsere Bürger stellen.“. Mit 15:2 Stimmen gab man abschließend der Verwaltung den Auftrag, eine negative Stellungnahme an die Gemeinde Pfatter zu übermitteln.


Kaum Diskussionsbedarf hatte das Gemeinderatsgremium hinsichtlich der Bauanträge und Bauvoranfragen. Hinsichtlich der Anträge auf eine Verlängerung des Garagendachs zu Wohnhaus im Barbinger Tulpenweg, Errichtung eines Aquaristikladens in der Barbinger Glockenbecher Straße, Neubau zweier Wohnhäuser in der Heisinger Straße in Sarching und einem Wohnhaus im Eltheimer Längeldweg sowie Wohnraumerweiterung mit Anbau einer Holzlege in der Illkofener Karlstraße hatte der Gemeinderat keine Einwände. Grundsätzlich hatte man auch nichts gegen den Baunatrag auf Neubau eines Einfamilienhauses im Barbinger Erlenweg, jedoch beim geplanten Flachdach war sich der Gemeinderat einig, dass sich der Antragsteller an die Vorgaben des Bebauungpslans halten sollte. Möglich wäre hier ein Pultdach. Einer Bauvoranfrage auf Neubau eines Einfailienhauses im Sarchiner Emmeramsweg gab man grünes Licht, jedoch unter der Maßgabe, dass der Kniestock das Maß von 1,25 Meter nicht überschreiten dürfe. Das gemeindliche Einvernehmen erteilte das Ratsgremium auch zum Antrag auf Verlängerung der Baugenehmigung einer Maschinen- und Getreidelagerhalle bei Barbing. Positiv stand man auch dem Antrag auf Ausfstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans und Änderung des Flächennutzungsplans zur Errichtung einer Photovoltaikanlage auf einem Grundstück in der Gemarkung Barbing gegenüber. Wie das Gemeindeoberhaupt ausführte, liege das geplante Vorhaben innerhalb der Potenzialflächen, die dieses Konzept vorsehe. Bürgermeister Hans Thiel zeigte sich zum Vorhaben aufgeschlossen, da hier unter Umständen eine Zusammenarbeit und Kooperation mit dem Projekt Kiefner/Rewag funktioniere. Zudem liege das Grundstück direkt in Autobahnnähe.


Die Anträge auf Zuschuss der beiden Sportvereine SpVgg Illkofen und TV Barbing zur Umrüstung der Flutlichtanlagen auf LED wurde vom Gemeinderat positiv beschieden und gewährte einen Zuschuss für das Umrüstungsprojekt von 90 Prozent der Gesamtsumme.


Für den aus privaten Gründen zurückgetretenen Friesheimer Vizekommandanten Martin Fischer wurde zwischenzeitlich Daniel Bübl im Rahmen der Mitgliederversammlung der Wehr gewählt. Der Gemeinderat betätigte Daniel Bübl als Vizekommandant, allerdings unter Vorbehalt bis zum Nachweis der erforderlichen Prüfung. Innerhalb eines Jahres müsse dieser den Lehrgang „Leiter einer Feuerwehr“ absolvieren und nachweisen.