Sitzung am 06.08.2020


Nach einer Untersuchung des Kanalnetzes in der Großgemeinde Barbing ist klar: 20 Prozent des Netzes erfordern eine Sanierung. In seiner jüngsten Sitzung stellte Diplom-Ingenieur Enno Scholz das Sanierungskonzept vor. Der Gemeinderat gab grünes Licht für die Umsetzung der notwendigen Maßnahmen.

Mit der Auswertung und des Erstellens eines Sanierungskonzeptes wurde das Ingenieurbüro S² beauftragt, erinnerte Bürgermeister Hans Thiel im Rahmen der jüngsten Sitzung vom Dienstagabend und hieß neben den Gemeinderäten auch Diplom-Ingenieur Enno Scholz und dessen Ingenieurskollegin Constanze Bullmann willkommen. Die Starkregenereignisse in jüngster Zeit hätten wieder gezeigt, wie wichtig funktionierende und intakte Kanalleitungen seien, so das Gemeindeoberhaupt, ehe Enno Scholz das Sanierungskonzept vorstellte. Dieser erläuterte, dass im Zeitraum von etwa vier Jahren weite Teile des Kanalnetzes in mehreren Abschnitten mittels optischer Inspektionen überprüft wurden. Untersucht wurden dabei Hauptkanäle, Leitungen und Schachtbauwerke in allen Ortsteilen von Barbing bis Eltheim. Insgesamt wurden rund 29 Kilometer Haltungen, 840 Schächte und ein Kilometer Leitungen, die Misch-, Regen- sowie Schutzwasser führen, inspiziert. Nach Auswertung des umfangreichen fotografischen Materials über die gesamte Kanalstrecke wurde seitens des Ingenieurbüros eine Schadensbeurteilung und -klassifizierung vorgenommen und damit auch das Sanierungskonzept erstellt, so der Fachmann, er ergänzte, dass nach Auswertung feststand, dass rund 80 Prozent aller untersuchten Haltungen, 65 Prozent der untersuchten Leitungen und 90 Prozent der untersuchten Schächte keine zeitnahe Sanierung erfordern. Er merkte ferner an, dass die Schächte mittels 120-Bar Hochdruckspüler gereinigt wurden. Im Zuge der Inspektion wurden einige schadhafte Anschlüsse, Risse, Verschobene Verbindungsleitungen und Ablagerungen festgestellt, ebenso korrodierte Steigleitungen. Der Zustand aller Schächte und Leitungen wurde entsprechend klassifiziert. In die Sanierungsplanung gingen 154 Haltungen, 57 Leitungen, und 74 Schächte ein, wie der Diplomingenieur ausführte. Er konstatierte, dass bei rund 20 Prozent eine Sanierung notwendig sei, dabei unterscheide man zwischen Reparatur, Renovierung und Erneuerung. Hinsichtlich der korrodierten Steigleitungen müsse man überlegen, ob eine Erneuerung sinnvoll sei, oder man es handhabe wie andere Gemeinden, die sich mit Leitern behelfen. Die Kostenschätzung für offene Sanierungen bezifferte der Fachmann auf rund 23000 Euro und die geschlossene Sanierung auf rund 339000 Euro. Einstimmig beschloss der Gemeinderat die Umsetzung der Maßnahme. Die Ausschreibung werde noch in diesem Jahr erfolgen, damit im Frühjahr des Jahres 2021 mit den Maßnahmen begonnen werden könne.

Keine Einwände hatte der Gemeinderat hinsichtlich des notwendigen Nachtragsangebots über die Elektroinstallation im Zuge des Anbaus und Sanierung des Rathauses Barbing.

Vizebürgermeister Dominik Schindlbeck und dritter Bürgermeister Johannes Heitzer wurden einstimmig zu Eheschließungsstandesbeamten ernannt. Johannes Heitzer konnte die Urkunde im Rahmen der Sitzung in Empfang nehmen. Dominik Schindlbeck, der sich für den Abend entschuldigen lassen musste, wird sie nachgereicht.

Acht Bauanträge, eine Bauvoranfrage und einen Antrag auf isolierte Befreiung lagen dem Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung vor. Noch während der Sitzung erfuhr das Gremium, dass ein Antrag auf einen späteren Zeitpunkt vertagt werden müsse, da der Antragsteller noch eine Änderung nachreichen möchte.

Folgenden Bauanträgen erteilte der Gemeinderat das Einvernehmen:

- Neubau eines Einfamilienhauses in Friesheim

- Neubau von zwei Wohnhäusern mit je drei Wohnungen in Friesheim

- Neubau eines Einfamilienhauses in Sarching

- Werbeanlage an Tankstelle in Barbing

- Errichtung eines Containerlagers als Mietlager für Einlagerungszwecke in Sarching und Errichtung einer Balkonanlage zwischen Wohnhaus und Garage in Barbing

Ebenfalls keine Einwände hatte des Gremium hinischtlich des Antrags auf isolierte Befreiung zur Errichtung eines Carports in Barbing.

Auch der Bauvoranfrage der Firma Koberstein Grundstücksverwaltung auf Errichtung/Erweiterung des Gewerbebetriebs mit Halle, Lager, Büro und Betriebsleiterwohnhaus im Gerwerbegebiet Sarchinger Feld, konnte positiv beschieden werden, jedoch unter der Maßgabe, dass die Betriebsleiterwohnung nur gleichzeitig mit dem Hallenbau, alternativ auch nach dem Hallenbau gebaut werden dürfe.